Wer vertrat Deutschland in der frühen ILAE ?

Die ILAE gründete sich 1909 in Budapest im Rahmen des 16. Internationalen Medizinischen Kongresses, der dort im Sommer stattfand. Ein Jahr später traf man sich erneut in Berlin. Die Gründungsphase der ILAE findet sich eingehend beschrieben durch Simon Shorvon & Giselle Weiss im ILAE-Jubiläumsbuch zu deren 100-jährigen Bestehen
- das Kapitel ist sehr lesenswert und aufschlußreich : LINK

Hier stellen wir Ihnen beteiligte Personen aus Deutschland / Österreich vor. Sie spielten in dieser Gruppe eine wichtige Rolle im Prozeß der Internationalisierung und Professionalisierung der Epileptologie

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1909
Budapest

Kongress 30. August - 4. September

Treffen im Hotel Bristol

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Konrad Alt (1861 - 1922)


Erster Direktor der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Uchtspringe/Sachsen-Altmark. Er gilt als einer der Reformer der Psychiatrie in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts in der Tradition Wilhelm Griesingers. Chemie- und Medizinstudium in Würzburg, Assistenzarzt und Oberarzt bei Prof. Eduard Hitzig in der Gründungsphase der psychiatrischen Universitätsklinik in Halle a/d. Saale. 

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Gabriel Anton

Studierte an den Universitäten in Prag und Wien, 1882 Promotion an der Universität Graz. Assistenzarzt unter  Arnold Pick an der Irrenanstalt Dobrzan und an der Psychiatrisch-Neurologischen Klinik der Deutschen Universität Prag, ab 1887 in wien bei Theodor Meynert. 1889 Habilitation, 1891 Extraordinarius und Direktor der Psychiatrie in Innsbruck, 1894 in Graz. In seinen Arbeiten verband Anton Gehirnpathologie mit Psychologie

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Emil Bratz (1868 - 1934)

geboren in Stolp/Pommern, jüdischer Herkunft, Studium in Heidelberg, Würzburg, Berlin, and Kiel; Dissertation 1891, ab 1892 in Roda unter A. Meyer, 1894 - 1910 in Berlin Wuhlgarten bei Otto Hebold sen. - dort mit Hebold berühmte Studie zur Ammonshornsklerose [Ammonshornbefunde bei Epileptischen. Arch Psychiatr Nervenkr 1899; 32: 820–835] , zahlreiche weitere Arbeiten zu epileptologischen Themen, z.B Theorie der Autointoxikation, Alkoholepilepsie, Affektepilepsie, Abgrenzung zur "Hysterie". 1910 Wechsel nach Berlin-Dalldorf (später "Wittenauer Heilstätten"), wurde dort Direktor ab 1923. Entwickelte das "Wittenauer Staffelsystem" zur geordneten Betreuung von Psychiatriepatienten. Deutscher Protagonist in der Gründungsphase der ILAE, Mitarbeit bei Epilepsia

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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August Cramer (1860 - 1912)

Studierte Medizin in München, Freiburg im Breisgau und in Marburg.  Promovierte 1887 in Marburg und wechselte als Assistenzarzt nach Freiburg bzw. 1889 an die Landesirrenanstalt zu Eberswalde.  Habilitation 1895 in Göttinge,  1. März 1895 Oberarzt und stellvertretender Direktor der Provinzial–Irrenanstalt und psychiatrischen Klinik in Göttingen. 1897 außerordentlicher Professor ernannt, 1900 Nachfolge Ludwig Meyers in Göttingen. Gründete 1901 die Poliklinik für psychische und Nervenkrankheiten, verfasste eine mehrfach aufgelegte Einführung in die forensische Psychiatrie, machte sich auch einen Namen als Wegbereiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Cramer starb früh im Alter von 51 Jahren an einem Karzinom, sein Grab befindet sich auf dem Göttinger Stadtfriedhof.

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Adolf A. Friedländer (1870 - 1949)

Medizinstudium an der Universität Wien, Weiterbildung in Psychiatrie. Ab 1897 Assistenzarzt von Geheimrat Otto Binswanger an der psychiatrisch-neurologischen Klinik in Jena, ab 1900 in Frankfurt bei Emil Sioli. Psychiatrische Privatklinik "Hohe Mark" ab  1904  im Taunus. Ab 1918 in Frankfurt niedergelassen als Nervenarzt. 1937 emigrierte Friedländer nach Bad Ausee in Österreich dort Privatpraxis, die er aber bereits 1938  wegen seiner jüdischen Abstammung aufgeben musste.

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Otto Hebold senior (1856 - 1945)

geboren in Bonn. Studium in Bonn. Berufliche Stationen in Eberswalde, Andernach, Bonn, und Sorau. Wurde 1893 erster Direktor der neu errichteten Anstalt für Epileptische Wuhlgarten in Berlin, war dies bis 1825. Hebold war eine prägende Figur in der Gründungsphase der ILAE, hielt einen von 2 Vorträgen 1909 in Budapest, wirkte mit in allen Gremien zur ILAE-Gründung Förderte in Wuhlgarten die Grundlagenforschung, z.B via postmortem Untersuchungen. Initiierte die Studie von Emil Bratz zur Ammonshornskelrose

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Hermann Oppenheim (1857 - 1919)

stammte aus warburg/Westfalen. Studierte Medizin in Göttingen, Berlin und Bonn. Ab 1883 an der Nervenklinik der Charite bei Carl Westphal. 1886 Habilitation. 1891 Privatklinik in Berlin. trug wesentlich zur anerkennung der Neurologie als eigenes Fach bei. 1907 Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Nervenheilkunde. Von 1912 bis 1916 Präsident der von ihm gegründeten Gesellschaft Deutscher Nervenärzte.

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Robert Sommer (1864 - 1937)

studierte Medizin und Philosophie in Freiburg und Leipzig, ab 1885 in Berlin, promovovierte dort zum Dr. phil.; ab 1889 Assistenzarzt. Ab 1890 in Würzburg, 1891 Promotion zum Dr. med. , 1892 Habilitation, ab 1895 Professor für Psychiatrie, ab 1896 Direktor der Psychiatrie in Giessen, dort bis 1933

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Heinrich Vogt (1875 - 1957)

Aufgewachsen bei Augsburg, Studium an der LMU München, in Heidelberg und Göttingen. 1899 Promotion. Assisnetnt der Psychiatrie in Göttingen, Zürich und Mainz. 1907 Habilitation für Neurologie und Psychiatrie, ab 1909 in Frankfurt am Main Direktor der Psychiatrie, später berufliche Umorientierung. Publizierte zur Tuberösen Sklerose, zur "amaurotischen Idiotie"


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Wilhelm Weygandt (1870 - 1939)

Zunächst Studium der Germanistik, Philosophie und Theologie in Straßburg. Ab 1892 Medizin. 1893 Promotion, 1897-1899 Assistent bei E. Kraepelin in Heidelberg. 1899 Habilitation. 1908 - 1934 Direktor der Anstalt Hamburg-Friedrichsberg, ab 1919 Ordinarius für Psychiatrie der Universität Hamburg. Begrüßte die Machtergreifung der NS, Antrag auf NSDAP-Mitgliedschaft wurde abgelehnt. Befürworter der sog. "Rassenhygiene"

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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1910 beim Kongress in Berlin kamen hinzu

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Otto Binswanger (1852 - 1929)


studierte Medizin in Heidelberg, Straßburg und Zürich. weiterbildung in Wien bei T. Meynert, ab 1877 bei L Meyer in Göttingen. Promotion zum Dr. med, danach am Pathologischen Institut Breslau. Ab 1880 an der Psychiatrie der Charite unter Carl Westphal, 1882 Habilitation und ruf nach Jena, dort bis 1919 Leitung der Psychiatrischen Universitätsklinik. Internationaler Ruf als Kliniker, große Zahl an bedeutenden Arbeiten. Sein Lehrbuch zur Epilepsie lange Zeit DAS deutschsprachige Lehrwerk 

-> Näheres siehe Enzyklopädie der Epileptologie

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Theodor Ziehen (1962 - 1950)

Neurologe, Psychiater, Psychologe und Philosoph. Studium der Medizin in Würzburg und Berlin. Ab 1886 bei O Binswanger in Jena. Habilitation. Ab 1900 Ordinarius für Psychiatrie in Utrecht, ab 1903 In Halle, 1904-1912 Ordinarius an der Psychiatrieschen und Nervenklinik der Charite als Vorgänger von K. Bonhoeffer. Ab 1912 rückzug als "Privatgelehrter" und Philosoph, ab 1917 Lehrstuhl für Philosophie in Halle, Sein Sohn Vult Ziehen war zusammen mit KH Stauder Mitarbeiter an der Psychiatrischen Klinik München unter O. Bumke


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