Aufruf zur Teilnahme an der Erfassung und Evaluation des Risikos einer Antiepileptika-Exposition während der Schwangerschaft
(aus: Zeitschrift für Epileptologie 14, Januar 2001) PDF

Eine epidemiologische Studie zur Erfassung der teratogenen Effekte von Antiepileptika war schon lange überfällig. Nach längeren Vorbereitungen ist EURAP nun auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz startbereit.
EURAP ist ein Projekt von unabhängigen Forschergruppen, die sich auf ein gemeinsames Protokoll für die prospektive Erfassung von Schwangerschaften unter Antiepileptika-Exposition geeinigt haben. Das Ziel von EURAP ist die Erstellung eines europäischen Schwangerschaftsregisters.
Es ist bekannt, daß die Einnahme von Antiepileptika während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko für das Kind einhergeht. Dennoch ist es in der Regel ratsam, die antiepileptische Medikation während der Schwangerschaft fortzuführen, da auch unkontrollierte Anfälle ein Risiko für den Föten darstellen. In der großen Mehrzahl verlaufen Schwangerschaften unter dem Einfluß von Antiepileptika unkompliziert. Eine differenzierte Einschätzung des teratogenen Risikos, insbesondere für die neu entwickelten Antiepileptika, war bisher noch nicht möglich.
Das Ziel von EURAP ist ein Vergleich der Sicherheit der verschiedenen Antiepileptika für das ungeborene Kind bezüglich der Häufigkeit von kongenitalen Fehlbildungen und von pränatalen Wachstumsverzögerungen.

EURAP ist eine reine Beobachtungsstudie und interferiert nicht mit der Therapie, die der behandelnde Arzt verordnet. Das Register erfaßt Daten hinsichtlich der Risikofaktoren für kindliche Fehlbildungen, der Antiepileptika-Exposition während der Schwangerschaft, sowie der Häufigkeit und der Art kindlicher Fehlbildungen.
Der Erhebungsbogen von EURAP ist einfach handhabbar. Die für das Register benötigten Informationen gehen nicht wesentlich über das hinaus, was routinemäßig während einer Schwangerschaft unter Antiepileptika erfaßt wird. Es sind keine zusätzlichen Untersuchungen oder Vorstellungstermine notwendig.

Alle Frauen, die zum Zeitpunkt der Konzeption Antiepileptika einnehmen, sollen erfaßt werden, unabhängig davon, ob die Behandlungsindikation eine Epilepsie oder eine andere Erkrankung ist. Um eine ungefilterte Aufnahme der schwangeren Frauen in der Datenerfassung zu erreichen, soll deren Einschluß möglichst früh, spätestens jedoch bis zur 16. Schwangerschafts-woche erfolgen. Die Daten werden in anonymer Form registriert, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Derzeit werden in Europa Netzwerke kooperierender Ärzte aufgebaut. Jedes Land hat einen eigenen regionalen Koordinator und ein eigenes Register. Die teilnehmenden Ärzte senden die Anmeldungen und Fallberichte ihrer Patientinnen an die regionalen Koordinatoren, welche die Berichte an das EURAP-Zentralregister in Mailand (Italien) weiterleiten. Die Erhebungsbögen von EURAP sind über die regionalen Projektleiter erhältlich.
Der Erfolg von EURAP ist von einer möglichst großen Zahl erfaßter Schwangerschaften abhängig. Nur so wird eine statistisch fundierte Aussage zu substanzspezifischen teratogenen Risiken möglich. Deshalb ist EURAP auf die Kooperation insbesondere aller Epileptologen angewiesen.
Alle interessierten Ärzte, die Frauen betreuen, welche während der Schwangerschaft Antiepileptika einnehmen, sind herzlich eingeladen, sich aktiv an EURAP zu beteiligen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

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