Epilepsie

1% aller Menschen erkranken an einer Epilepsie.

Epilepsien sind so häufig wie die Zuckerkrankheit oder das Gelenkrheuma.

Obwohl die Epilepsien so häufig sind, wird nur wenig über diese Erkrankung gesprochen. Desinteresse, Unwissenheit, Verunsicherung und Angst haben zu vielen Vorurteilen geführt, unter denen die Epilepsiekranken leiden. Dabei kann jeder an einer Epilepsie erkranken.

Man kann in jedem Lebensalter an einer Epilepsie erkranken.

Epilepsien kommen in allen Kulturen gleich häufig vor.

Epilepsien betreffen Menschen aller sozialen Schichten.

Bei einer Erkrankung an einer Epilepsie treten wiederholt Anfälle auf. Es gibt epileptische Anfälle aber auch als einzeln auftretende Ereignisse (Gelegenheitsanfälle).

5 % aller Menschen haben einmal im Leben einen epileptischen Anfall.

Unter bestimmten Umständen, z.B. bei hohem Fieber im Kleinkindesalter, bei Vergiftungen, starken Blutzuckerverschiebungen oder Alkoholismus, kann es zu einzelnen epileptischen Anfällen kommen, die nach Abklingen der akuten Krankheitssituation nicht wieder auftreten. Solche Anfälle nennt man Gelegenheitsanfälle. Im Prinzip kann jeder Mensch epileptische Anfälle bekommen. Von Epilepsie spricht man nur dann, wenn sich Anfälle von selbst ohne besonderen Anlaß wiederholen.

Epileptische Anfälle belasten die Betroffenen unterschiedlich.

Die „Schwere“ einer Epilepsie hängt von mehreren Umständen ab:

- Art der Anfälle

- Häufigkeit der Anfälle

- Umstände des Auftretens (nachts, tagsüber usw.)

- persönliche Belastung durch die Anfälle

- Behandelbarkeit

- soziale Diskriminierung

Beispiele:

Herr K. ist an einer Epilepsie erkrankt, bei der etwa 2 mal im Monat ein Anfall auftritt. Der Anfall besteht immer darin, dass er nach kurzem Unwohlsein bewusstlos wird und hinfällt. Dabei treten Muskelkrämpfe auf. Da Herr K. als selbstständiger Schriftsteller arbeitet, kann er sich bei Auftreten des Unwohlseins zuhause hinlegen, so dass der Anfall ohne Verletzungen ablaufen kann. Die Anfälle beeinträchtigen Herrn K. nur wenig.

Die Epilepsie bei Herrn B. äußerst sich ebenfalls in plötzlicher Bewusstlosigkeit und Muskelkrämpfen, die etwa 2 mal im Monat auftreten. Es fehlt aber ein vorausgehendes Unwohlsein, so daß Herr B. nicht weiß, wann ein Anfall auftritt, und so auch Verletzungen vorgekommen sind. Nachdem ein Anfall am Arbeitsplatz aufgetreten war, wurde ihm in seinem Beruf als Kellner gekündigt. Die Anfälle beeinträchtigen Herrn B. sehr.

Das menschliche Gehirn besteht aus 20 000 000 000 Nervenzellen.

Durch das Zusammenwirken der Nervenzellen entsteht beispielsweise Denken, Bewegen, Fühlen und die Wahrnehmung von Licht und Musik. Störungen in diesem System können zu epileptischen Anfällen führen.

Man unterscheidet zwei Typen von Anfällen:

- fokaler Anfall
Entsteht ein Anfall an einem umschriebenen Ort im Gehirn, so bezeichnet man das als fokalen Anfall.

- generalisierter Anfall
Umfaßt die Aktivität von Beginn an das ganze Gehirn oder  zumindest beide Hirnhälften gleichzeitig, so ist dies ein generalisierter Anfall .

„Generalisiert“ und „fokal“ sagen nichts über die Schwere und den Ablauf des jeweiligen Anfalls aus.

„Generalisiert“ und „fokal“ beziehen sich ausschließlich auf den Beginn eines Anfalls.

Ein fokaler Anfall kann sich auf das ganze Gehirn ausbreiten. Das nennt man „sekundäre Generalisierung“.

Bei fokalen Anfällen bezeichnet man den Ort der Anfallsentstehung als „Herd“ oder „Fokus“.

Die äußere Schicht des Gehirns (Hirnrinde) hat sich für bestimmte Aufgaben spezialisiert. So gibt es Orte, die für Bewegung, für Gefühle oder für Wahrnehmung verantwortlich sind. Dementsprechend können Anfälle je nach ihrem Ursprungsort im Gehirn unterschiedlich aussehen.

(Auszug aus den Informationstafeln Epilepsie Dr. Specht/Prof. Dr. Altrup)

 

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