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Bielefeld. Elf Teilnehmer der zweijährigen berufsbegleitenden Epilepsie Zusatzausbildung bekamen am 10.9.2010  vom ersten Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie ihr Zertifikat überreicht. Eine Sozialpädagogin, eine Ergotherapeutin, zwei Krankenpfleger, fünf Kinderkrankenschwestern und zwei Krankenschwestern stellten ihr Projekt vor, welches sie an ihrem Arbeitsplatz einsetzen könnten. Das hängt von der Möglichkeit vor Ort ab.

Die Zuhörer des lebendigen Colloquiums erhielten zunächst einen Einblick in eine Informationsmappe für Eltern und Erziehungsberechtigte mit einem epilepsiekranken Kind, worin nicht nur die Aufklärung über Epilepsie zu finden war, sondern auch was für Untersuchungsmethoden im Krankenhaus während des Aufenthalts zu erwarten sind (von Angelika Rademacher und Ludmilla Hertfelder, Kinderklinik Siegen).
Die Infobroschüre von Kathrin Schwarz, Kinderklinik Siegen, richtete sich speziell an Schulkinder und Jugendliche mit Epilepsie, wenn sie sich im Krankenhaus befinden. In dieser Information wird Epilepsie erklärt, aber auch was Epilepsie im Alltag bedeutet und der allgemeine Ablauf des Klinikaufenthaltes wird erläutert.
Thomas Urban aus dem Evangelischen Krankenhaus Unna stellte seine Fortbildungsmodule für eine interne Mitarbeiterschulung vor, die sehr umfassende Informationen lieferte und gut aufbereitet war.
Ursula Niemeyer aus dem Kinderhospital Osnabrück führte schon eine Mitarbeiterschulung im Kinderkrankenhaus durch und musste viele Fragen beantworten, die sonst nie im Klinikalltag gestellt wurden. Jedoch fühlten sich die Teilnehmer besser über Anfälle informert und sehen nun kommenden Anfällen gelassener entgegen. Somit können auch Eltern davon profitieren.
Brigitte Krauja-Ostermann bietet in der Klinik Mara in Bielefeld Gymnastik für Frauen an. In der Klinik haben die Patienten oft nicht nur eine Epilepsie, sondern zusätzliche Erkrankungen. In früheren Zeiten wurde Sport für Menschen mit Epilepsie einfach verboten. Kinder wurden vom Schulsport freigestellt. Das führte oft dazu, dass diese dann im Erwachsenenalter auch keinen Sport betrieben. Frau Krauja-Ostermann will in der Gymnastikstunde für Aggressions- und Angstabbau sorgen, sorgt mit beschwingten Bewegungen mit Musik und Tanz für gute Laune und stellt somit eine Auszeit aus dem anstrengenden Alltag her. Die Teilnehmerinnen gehen meist mit einem Wohlgefühl in die Klinik zurück.
Angelique Teske und Angela Skuza stellten ein PEPE-Seminar vor, welches sie mit einer Patientengruppe jugendlichen Alters und auch mit erwachsenen Menschen mit Epilepsie im Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin durchführten. Das PEPE-Programm richtet sich an lernbehinderte Menschen mit Epilepsie. Das Besondere am Ablauf der Schulung war, dass die Gruppe mit Bastelarbeiten an einem Info-Ordner sowie mit der kulinarischen Anfertigung von Pausensnacks enger zusammenrückte und ein vertrauliches Wir-Gefühl entstand. So konnten offene Gespräche entstehen. Die Angehörigen wurden zu einem Informationsnachmittag eingeladen, denn die Schulung wirkt sich immer auch auf das Zusammenleben mit der Familie aus. Die Teilnehmer konnten ein Gehirnmodell auseinandernehmen, eine Elektrodenplatte anfassen und am Ende eine Urkunde mitnehmen. Ohne Hilfe aus der Klinik konnte dieses ehrgeizige Projekt aber nicht auskommen.
Katrin Hildebrand möchte die neuen Auszubildenden in der Kinderklinik in Köln mit einer Infomappe über Epilepsie aufklären und hielt sich in der Gliederung der Mappe an das famoses-Schulungsprogramm, die dann für Auszubildende angepasst wurde.
Der Krankenpfleger Markus Hassel aus dem Westpfalzklinikum hält ein Angebot für eine Moses-Schulung für Patienten mit Epilepsie bereit, die eine längere Zeit in der Klinik verbleiben müssen. Die Teilnehmer erhalten nicht nur ein kompaktes Wissen über Epilepsie, sondern auch Infos wie der Alltag gestaltet werden kann trotz Anfällen. Dabei spielen die Themen Führerschein und Berufsleben immer eine wichtige Rolle.
Die Sozialpädagogin Helga Schmid aus dem Berufsbildungswerk Waiblingen leitete in den letzten drei Jahren das Modellprojekt Epilepsie, welches vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wurde. Frau Schmid will die Auswirkungen des Projektes verfolgen und ein anschließendes Förderprojekt "Brücken bauen"  wurde schon beantragt. Im Modellprojekt Epilepsie wurden Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Agenturen für Arbeit, Schulen und Angehörige in Baden-Württemberg beraten, wenn eine Berufsperspektive für Menschen mit Epilepsie gesucht und nicht gefunden wurde. Frau Schmid berichtete über den dreifachen Anstieg von Teilnehmern in den beiden beteiligten Berufsbildungswerken (BBW Waiblingen und CJD Jugenddorf Offenburg). Wurden bisher eher anfallsfreie Patienten mit Epilepsie ausgebildet, sind nun mehr Jugendliche mit Epilepsie und zusätzlichen Erkrankungen in der Ausbildung. Es kommen Lernbeeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen oder seelische Behinderungen zusätzlich zur Epilepsie vor. Jedoch können auch diese jungen Menschen in Betrieben eingesetzt werden, je nach ihren Fähigkeiten.
Das Modellprojekt wurde mit dem Epilepsiezentrum Kork und den beiden Berufsbildungswerken gemeinsam durchgeführt. "Der immense Beratungs- und Aufklärungsbedarf erfordert ein landesweites Beratungsnetz in Sachen Epilepsie" , so das Fazit von Frau Schmid.

Die Epilepsie Zusatzausbildung (EZA) wird mit einem veränderten Schulungsinhalt fortgeführt und  kann mit dem neuen Namen Epilepsie Fachassistenz (EFA) abgeschlossen werden. Der Informationsbedarf bei Patienten oder Angehörigen mit Epilepsie ist sehr hoch und die ausgebildeten Teilnehmer können zunächst Aufklärung anbieten.
Das Fortbildungsinstitut Bildung Beratung  Bethel bietet seit 1989 diese berufsbegleitende Ausbildung an. 

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