4.4.2005

Neues Fachkonzept für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit

Seit September 2004 hat die Bundesagentur für Arbeit ein neues Fachkonzept für BvB eingeführt. Anstelle der bisherigen berufsvorbereitenden Maßnahmen (ein- und zweijährige Förderlehrgänge zur Vorbereitung einer Ausbildung bzw. zur Vorbereitung einer Anlerntätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt) tritt eine differenzierte Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Zunächst wird eine drei Wochen dauernde Eignungsanalyse, in der die fachlichen sozialen und persönlichen Fähigkeiten sowie die individuelle Motivation festgestellt werden, als Grundlage für die weitere Qualifizierungsplanung durchgeführt. Der Eignungsanalyse kann sich eine sechs Monate dauernde Grundstufe anschließen, in der es einerseits um Berufsorientierung und Berufswahl geht, andererseits um die Vermittlung beruflicher Grundfertigkeiten in Form so genannter Qualifizierungsbausteine und die Vermittlung von Allgemeinkompetenzen bzw. Schlüsselqualifikationen geht wie soziale Kompetenz, Fähigkeiten zur Problemlösung und Arbeitsorganisation, lebenspraktische Fertigkeiten, interkulturelle Kompetenz und IT- und Medienkompetenz. – Für junge Erwachsene, die nach Durchlaufen der Grundstufe noch nicht in der Lage sind, eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen, kann sich eine dreimonatige, für Menschen mit einer Behinderung eine maximal fünfmonatige Förderstufe anschließen. Der Kern ist die Verbesserung von beruflichen Grundfertigkeiten in dem mit dem Jugendlichen festgelegten Berufsfeld. Die fachpraktischen Fertigkeiten werden durch fachtheoretischen Unterricht sowie Betriebspraktika ergänzt. – Bei Jugendlichen, denen die Aufnahme einer Ausbildung nach der Förderstufe noch nicht gelungen ist, kann sich eine weitere Förderung, sie so genannte Übergangsqualifizierung anschließen.

Das Konzept der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ist flexibel angelegt, d. h. es müssen nicht alle Stufen durchlaufen werden, vielmehr kann von jeder Stufe aus die Aufnahme einer Ausbildung oder einer Arbeit erfolgen. Die maximale Förderdauer beträgt insgesamt 10 Monate, bei jungen Menschen mit Behinderungen maximal 11 Monate, für junge Menschen mit Behinderung, die ausschließlich das Ziel der Arbeitsaufnahme haben, maximal 18 Monate.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen ersetzen in Rehabilitationseinrichtungen für junge Erwachsene, z. B. dem Berufsbildungswerk Bethel, die bisher durchgeführten Förderlehrgänge. Sie werden individuell für den einzelnen Behinderten geplant.

Wie bisher werden in Rehabilitationseinrichtungen Arbeitserprobungen in unterschiedlichen Berufsfeldern bis zu maximal 60 Arbeitstagen durchgeführt.

R. Thorbecke

Quelle: Zeitschrift für Epileptologie 18. Jahrgang, Heft 1, Februar 2005

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